Göring, Hermann


Göring, Hermann
Göring, Hermann
 
Bei der Errichtung der Diktatur in Deutschland und der rücksichtslosen Verfolgung und Ausschaltung der politischen Gegner war Hermann Göring Hitlers wichtigster Mitstreiter. In der Reichsregierung vom 30. Januar 1933 war er Minister ohne Geschäftsbereich. Als kommissarischem Innenminister (und bald als Ministerpräsident) von Preußen unterstand ihm der gesamte preußische Polizeiapparat, den er noch durch 50 000 SA- und SS-Männer verstärkte und brutal gegen alle Regimegegner einsetzte: »Ich habe kein Gewissen, mein Gewissen heißt Adolf Hitler!«
 
Geboren am 12. Januar 1893 in Rosenheim als Sohn eines Kolonialbeamten, im 1. Weltkrieg hochdekorierter Jagdflieger und letzter Kommandeur des Jagdgeschwaders Richthofen, war Göring 1922 zur NSDAP gestoßen und von Hitler mit der Führung der SA beauftragt worden. Nach dem gescheiterten Hitlerputsch am 9. November 1923 entzog sich Göring der Verhaftung durch Flucht ins Ausland. Nach seiner Rückkehr wurde er einer der engsten Mitarbeiter Hitlers, 1932 Reichstagspräsident.
 
Beim »Röhm-Putsch« war Göring einer der radikalsten Vollstrecker der Mordbefehle vom 30. Juni 1934. In der Blomberg-Fritsch-Affäre 1938 (siehe auch Wehrmacht: Entwicklung 1935-39) hatte er die Hand im Spiel - in der Hoffnung, selbst Oberbefehlshaber der Wehrmacht zu werden. Als Beauftragter für den Vierjahresplan ab 1936 war er der wichtigste Mann in der Wiederaufrüstung. Hitler unterstrich seine Sonderstellung in der Parteihierarchie am Tage des Überfalls auf Polen, am 1. September 1939, als er ihn öffentlich zu seinem Nachfolger bestimmte.
 
Als Oberbefehlshaber der Luftwaffe (seit 1935) vernachlässigte Göring den rechtzeitigen Aufbau starker Jagdgeschwader zur Verteidigung des heimatlichen Luftraumes, weil er sich der Forderung Hitlers anschloss, vorrangig Bomberverbände als Offensivwaffe aufzustellen. So kam es schon bald nach dem Scheitern der Luftschlacht um England zu den ersten schweren Bombenangriffen auf deutsche Städte und schließlich zu der nahezu totalen Luftüberlegenheit der Alliierten in den letzten beiden Kriegsjahren.
 
Göring hat 1939 zwar versucht, über seine guten Auslandsverbindungen den Ausbruch des Krieges noch zu verhindern. Später war er mitverantwortlich für die Deportation ausländischer Zwangsarbeiter für die deutsche Rüstungsindustrie wie auch für die Vernichtungsaktionen gegen die europäischen Juden. Weil er in den letzten Kriegswochen von dem in Berlin eingeschlossenen Hitler ultimativ die Übergabe der Staatsgeschäfte forderte, entfernte Hitler ihn aus der Partei und allen seinen Ämtern. Göring geriet in amerikanische Gefangenschaft und wurde im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess am 1. Oktober 1946 zum Tode durch den Strang verurteilt, entzog sich aber seiner Hinrichtung durch Einnahme von Gift (15. Oktober 1946).

Universal-Lexikon. 2012.

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  • Göring, Hermann — or Hermann Goering born Jan. 12, 1893, Rosenheim, Ger. died Oct. 15, 1946, Nürnberg German Nazi leader. He fought in World War I with the German air force. In 1922 he joined the Nazi Party and was given command of the SA. After the abortive Beer… …   Universalium

  • Goring, Hermann — (1893 1946)    politician; elected Reichstag* Presi dent in August 1932. Born in Rosenheim in Upper Bavaria, he was raised in a conservative, middle class family. His father, a colonial official, convinced him to attend cadet school; thus, when… …   Historical dictionary of Weimar Republik

  • Göring, Hermann — o Hermann Goering (12 ene. 1893, Rosenheim, Alemania–15 oct. 1946, Nuremberg). Dirigente alemán nazi. Combatió en la primera guerra mundial en la fuerza aérea alemana. En 1922 ingresó al Partido Nazi, recibiendo el mando de las SA (sección de… …   Enciclopedia Universal

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  • Göring, Hermann Wilhelm — VER Goering, Hermann Wilhelm …   Enciclopedia Universal

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  • Hermann Wilhelm Göring — Göring während des Nürnberger Kriegsverbrecherprozesses Göring kurz nach seiner Festnahme am 9. Mai 1945 vor ein …   Deutsch Wikipedia

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